Stärken stärken und gezielt an Schwächen arbeiten

 

 

Kernunterricht

 

Ob in den Grundfächern Deutsch und Mathematik oder in den natur- und geisteswissenschaftlichen Fächern: Wir fördern die individuellen Stärken unser Schülerinnen und Schüler und arbeiten gezielt an ihren Stärken und Schwächen. Darüber hinaus möchten wir unseren Schülerinnen und Schülern die praktische Relevanz des vermittelten Unterrichtsstoffs verdeutlichen und ihnen die Vernetzung mit bereits vorhandenem Wissen ermöglichen. Bei der Unterrichtsgestaltung legen wir deshalb besonderen Wert auf eine handlungsorientierte Vermittlung fachspezifischer Inhalte.

 

 

Unterricht und praktische Ausbildung (Schulwerkstätten)

 

Aus langjährigen Erfahrungen mit freiwilligen Werkkursen wurde bei uns 1984 das Modell einer Werkrealschule im Metallbereich entwickelt. Daneben arbeiten seit vielen Jahren Erzieher und ihre Schüler im Internatsbereich mit dem Werkstoff Holz. Als logische Fortsetzung dieser Arbeitsbereiche hat sich unser erweiterter Werkunterricht Metall / Holz entwickelt:

Alle Schülerinnen und Schüler der Klassen 5, 6 und 7 besuchen wöchentlich bis zu drei Stunden unsere Metall- und Holzwerkstätten; unter Anleitung der Handwerksmeister und Erzieher lernen sie die Möglichkeiten kennen, die die Werkstoffe Metall und Holz bieten. Die Arbeit mündet immer in ein persönliches Werkstück, das die erworbenen Kenntnisse dokumentiert.

Am Ende der Kurse sollen zwei Erfolgserlebnisse stehen:

1.     Das mit Händen greifbare, selbständig erarbeitete Produkt.

2.     Die Einsicht in das "Warum?" technischen Funktionierens (und damit die Wertschätzung theoretischen Wissens).

 

"Wissen soll nicht angelernt, sondern angeeignet werden." (Adolf Reichwein)

 

Beide Werkstattbereiche können nach den Grundkursen weiter freiwillig besucht werden und bilden einen wichtigen Bestandteil unserer Ganztagsbetreuung. Dieses Angebot wird von unseren Kindern überdurchschnittlich gut angenommen. So verknüpft sich die aus reformpädagogischer Sicht dringend gebotene Kombination von theoretischem Schulwissen und praktischen Fähigkeiten mit den durch unsere Arbeit geweckten Freizeitbedürfnissen der uns anvertrauten Schülerinnen und Schülern. Erstes handwerkliches Können verbindet sich mit solider Allgemeinbildung, deren Wert den jungen Menschen schon in der Schule durch die freiwillige Anwendung in der Praxis bewusst wird.

Der Bereich "Schulwerkstätten" unserer Einrichtung entwickelt sich stetig weiter. Eine Ergänzung im landwirtschaftlichen Bereich ist in Vorbereitung. Auch hier kann auf Erfahrungen von Mitarbeitern in Projektarbeiten zum Thema Umwelt und Naturschutz zurückgegriffen werden.

 

 

Erziehung zur Gemeinschaft – Die Gildenarbeit

 

Unsere 5.- und 6.-Klässer verrichten einmal in der Woche in Gruppen von jeweils 5 Kindern zusammen mit einem Lehrer oder Erzieher eine Stunde lang einen Dienst für die Gemeinschaft. Dies wird für „Anfänger“ nicht immer leicht, es ist wohl eine etwas aus der Mode gekommene, ungewohnte Tätigkeit. Jeder ist hier für seine Mitmenschen und sogar für die weitere Umgebung verantwortlich:

  • Die Gilde „Garten- und Teichpflege“ hilft, unsere Schulwiesen, den Zier- und Gemüsegarten, die Blumenkästen, den Wintergarten und den Teich zu erhalten. Überall, wo der Hausmeister aus Zeitmangel zurückstecken muss, greift die Gilde ein. Schmutzige Hände können die Folge sein! Blühende Ecken und frisches Gemüse, auch für unsere Tiere, sind es in jedem Falle!
  • Die „Tiere-Gilde“ holt Heu beim Bauern, füttert Meerschweinchen und Hasen und pflegt das Aquarium. Da Tiere ebenso wie Menschen auch Mist machen, ist auch hier Abhilfe zu schaffen. Die Toleranz auch anderen Lebewesen gegenüber will eingeübt sein – ist uns aber selbstverständlich. Wie auf einem kleinen Bauernhof arbeiten die „Tierpfleger und –halter“ natürlich mit den „Gärtnern“ eng zusammen.
  • Die Gilde „Haus und Hof“ rettet so manchen Stuhl durch rechtzeitiges Leimen, pflegt die Schaukästen unserer Schule, baut Unterkünfte für die Tiere und spielt einfach „Mädchen (Bübchen) für alles“. Sie kümmert sich ums neue Schulhaus!
  • Die Gilde „Fuhrpark“ pflegt unsere beiden Schulbusse, die regelmäßig (nicht durch die Erwachsenen) in leichtes Chaos verwandelt werden. Sie baut aus Fahrradruinen einen Fuhrpark für nachmittägliche Ausflüge und pflegt diesen unter Anleitung unseres Kfz-Meisters.

 

Zusammenleben an unserer Schule im Sinne Reichweins soll für den ganzen Menschen in  die Zukunft wirken, Situationen schaffen, die auch später „im wirklichen Leben“ auf die uns anvertrauten Jugendlichen zukommen können. Verantwortungsbewusstsein entsteht nicht von selbst, es einzuüben, erachten wir als unsere Pflicht.

 

Für uns Lehrer und Erzieher bietet die Gildenarbeit zusätzlich hervorragende Gelegenheit, unsere Schützlinge näher kennen zu lernen und auf ihre persönlichen Eigenarten dann auch außerhalb der Gilde verstärkt zu achten. Für die Kinder selbst entstehen durch die ungewohnte Arbeit oft Erfolgserlebnisse, die sonst vielleicht versagt bleiben: Kenntnisse über Tier, Pflanze und Gelände der Einrichtung, die gerne und mit Stolz genutzt und weitergegeben werden.

 

 

Soziales Lernen 

 

„Soziales Lernen“ an unserer Schule soll einen Rahmen bieten, in dem unsere Schüler und Schülerinnen der 5. und 6. Klassen die Möglichkeit haben, ein „soziales Miteinander“ in einer größeren Gruppe zu erlernen und einzuüben. Es scheint ein Zeichen unserer Zeit zu sein, dass es Kindern und Jugendlichen immer schwerer fällt, sich in Gruppen und den damit verbundenen Prozessen zurechtzufinden. Dem wollen wir entgegenwirken.

 

Eine Gruppe besteht aus 12 – 15 Schülern und trifft sich wöchentlich für eine Schulstunde.

 

Mit welchen Fähigkeiten beschäftigen wir uns?

  • Freies Reden im Gesprächskreis
  • Selbstwahrnehmung, Fremdwahrnehmung

Wie sehe ich mich selbst, wie schätze ich mich ein? Wie sehen mich die anderen? Entwicklung eines realistischen Selbstbildes.

 

  • Kommunikationsfähigkeit

“Aktives zuhören“ lernen und einüben; wie hört man „richtig“ zu; was macht einen guten Zuhörer aus?

 

  • Kooperationsfähigkeit in Gruppen

Wir lösen komplexere Aufgaben, wobei zur Bewältigung der Aufgaben die Zusammenarbeit der ganzen Gruppe nötig ist.

 

 

 

  •  Respekt sich selbst und anderen gegenüber

Übungen, die verdeutlichen, dass jeder Mensch einzigartig und deshalb von ganz besonderem Wert ist.

 

  • Empathie-Gefühle
    Wir lernen, Gefühle zu erkennen, bei uns selbst und anderen (Mimik, Gestik, Betonung, Stimmlage etc.).

 

Ablauf einer Stunde:

Einleitung: Begonnen wird immer mit einem Gesprächskreis. Jeder Schüler hat die Möglichkeit sich zu einem vorher genannten Thema zu äußern. Der Ablauf ist geprägt von klaren Gesprächsregeln (die vor Eröffnung der Runde wiederholt werden).

Hauptteil: Vorbereitetes Thema aus den oben aufgeführten Bereichen wird erarbeitet.

Abschluss: Zusammenfassung der Stunde, Reflexion (falls nötig) von erlebten Situationen.