Trainings-, Übungs- und Vertiefungsstunden

 Diese Phasen dienen der individuellen Nacharbeit des Unterrichts. Die Aufgaben in diesen Stunden stellen entweder die Fachlehrer oder die Schüler sich selbst. Ihre Vorschläge werden, wenn sie Sinn machen, bevorzugt anerkannt. Die Aufgaben müssen zum Lehrplan im weitesten Sinn passen (Ermessensfrage).

Für die Aufgabenstellung ist das Schulbuch, aber auch jedes andere Arbeitsmittel (Übungsblatt, PC, pädagogisches Material, Zeitungen, etc.) zulässig. Für Aufbewahrung sorgt das Klassenlehrerteam.

Zusammenarbeit der Schüler ist jederzeit möglich, allerdings stellt jeder Schüler eine eigene, individuelle Arbeit her.

Der Lehrer sorgt in den Trainings-, Übungs- und Vertiefungsstunden für ein gutes Arbeitsklima und greift bei Fragen des Schülers ermutigend, zur Kooperation anregend und, wenn nötig, auch helfend ein.

 

Die Wahl des Schulfachs, in dem Arbeiten erstellt werden, obliegt dem Schüler. Lehrer greifen auch hier beratend ein.

Die fertigen Arbeiten werden dem Fachlehrer abgegeben. Sie werden auf Wunsch des Schülers benotet, in jedem Fall aber im Unterricht auf Fehler hin besprochen (Anonymität eventuell wahren). Arbeiten werden auf Anregung des Fachlehrers und Wunsch des Schülers ausgestellt bzw. vom Schüler präsentiert. Alle Arbeiten bleiben bis Jahresende beim Fachlehrer. Die benoteten Arbeiten sollen die Abfragen im Unterricht weitestgehend ersetzen.

 

Zusätzliche Hilfestellung in den Arbeitsstunden ist möglich durch: Sozialpädagogen/Erzieher, z.B. bei Präsentationsvorbereitung und ganz individuell, durch Förderlehrer (Herausnehmen einzelner Schüler oder Gruppen in besonderes Lernumfeld), Handwerker, Künstler, Eltern, Experten und andere Lehrer auf Anfrage. Auch ein Tutorensystem aus helfenden und unterstützenden Schülern ist eingerichtet.

Die Arbeitsstunden sollen also unsere Schüler zum eigenständigen, freien geistigen Arbeiten führen. Die Schülerinnen und Schüler sollen ihren Lernprozess zunehmend mitgestalten und verantworten, wobei sie unter Begleitung eines Lehrers z.B. ausgewählte Inhalte des Lehrplans oder sonstige komplexere Themen selbstständig erarbeiten. Er / Sie kann sich dabei Zeit lassen. Die Aufgaben sollen vor allem

  • Stärken des Schülers stärken
  • Mut zum Angehen von Schwächen machen (..Ich trau dir das zu!")

Diese Stunden sind eine Form schulischen Arbeitens, die die Individualität des Kindes ins Zentrum stellt. Das Miteinander in der Arbeitsform übt soziales Verhalten ein. Eigenes Tun dient der Aktivierung des Geistes und der Persönlichkeitsbildung. „Schöpferische Pausen“ sind möglich und wirken sich nicht (direkt) auf die Benotung aus. Die „Meditation“ soll vom Lehrer in vernünftige Bahnen gelenkt werden.

 

Unsere Trainings-, Übungs- und Vertiefungsstunden sollen nicht nur Zu-Trauen signalisieren, sondern auch Zu-Mutung sein, nicht der Weg des geringsten Widerstandes. Hier spielt der Fachlehrer die entscheidende Rolle in der Balance. Trotzdem ist eher ein „Du darfst“ als ein „Du musst“ angebracht.